Neuraltherapie

Die von den Gebrüdern Huneke entdeckte Neuraltherapie hat zum Hauptziel, regulierend auf gestörte Funktionen des vegetativen Nervensystems einzuwirken. Dies erfolgt durch die gezielte Gabe von Lokalanästhetika (örtlichen Betäubungsmitteln). Neuraltherapie ist eine Form der ganzheitlichen Regulationsmedizin und hilft Krankheiten und deren Ursachen zu erkennen und den Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen.

Neuraltherapie - Gezielte Injektion von Lokalanästhetika - Neuraltherapie Hamburg
Neuraltherapie

Die Wirkung der Neuraltherapie entfaltet sich über mehrere Mechanismen. Zum einen wird bei der Neuraltherapie eine kurzzeitige Betäubung erreicht. Die vor Ort betroffenen Nervenzellen haben beim "Aufwachen" die Möglichkeit, sich in ihrer Funktion neu zu ordnen. Vereinfacht gesehen ist dies wie der Neustart eines PCs. Zum anderen ist auch die gezielte Injektion selbst ein Impuls, der das sympathische Nervensystem anspricht (ähnlich der Akupunktur).  Zusätzlich haben die verwendeten Lokalanästhetika (meist Procain) Eigenschaften, die sich vor Ort günstig auswirken.

Neuraltherapie kann durch das Zusammenwirken dieser Mechanismen nicht nur die Schmerzleitung, sondern auch die kapilläre Durchblutung, den Lymphabfluss und entzündliche Aktivität positiv beeinflussen.

Da die behandelten Regionen durch unser Nervensystem direkt und indirekt mit dem gesamten Körper in Verbindung stehen, können sich dabei auch Effekte fern vom Injektionsort ergeben (siehe auch Segment- und Störfeldtherapie).

 

Anwendungsgebiete der Neuraltherapie

Die Anwendungsmöglichkeiten der Neuraltherapie sind vielfältig. Sie kann sowohl zur Diagnostik als auch zur Therapie eingesetzt werden.

Neuraltherapie ist in besonderer Weise geeignet für die Behandlung von Schmerzen, chronischen Entzündungen und insbesondere auch funktionellen Störungen. Sie findet auch Anwendung bei Druchblutungsstörungen und hormonell bedingten Erkrankungen.

Nervensystem - Nöglichkeiten der Behandlung mit Neuraltherapie - Neuralpraxis Hamburg
Neuraltherapie wirkt über das vegetative Nervensystem

Einige Anwendungbeispiele:

  • Amputations- und Phantomschmerzen, Narbenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen/Zervikalsyndrom, Schleudertrauma
  • Kreuzschmerzen, Wirbelsäulensyndrome, Kokzygodynie
  • Neuralgien (z.B. Trigeminusneuralgie und Zosterneuralgie)
  • atypischer Gesichtsschmerz
  • Mb. Sudeck - CRPS
  • Mb. Raynaud
  • Meralgia paraesthetica,
  • Mb. Meniere, Schwindel und Tinnitus
  • Reizblase und Reizdarm
  • vegetative Dystonie, Neurasthenie, Burn-out-Syndrom
  • Nervenlähmungen (z.B. Peroneusläsion, Karpaltunnelsyndrom, rezidivierende und/oder idiopathische Fazialisparese)
  • chronische Entzündungen des Nasenrachenraumes
  • chronische Unterleibsbeschwerden
  • hormonelle Störungen (z.B. Schilddrüse)
  • funktionelle Störungen
  • chronische Hauterkrankungen

Neuraltherapie ist eine ganzheitliche Behandlungsform. Es ist daher durchaus sinnvoll, sich nicht nur auf die streng fachspezifische (z.B. neurologische) Erkrankung zu konzentrieren, sondern möglichst alles im Blick zu haben, was die Selbstregeneration blockieren kann. Ein ausführliches persönliches Arztgespräch ist daher ebenso wichtig wie die ärztliche Untersuchung. Wir nehmen uns Zeit, um Sie als Ganzes zu sehen.

Kontaktieren Sie unsere Praxis in Hamburg unverbindlich, falls Sie sich nicht sicher sind, ob Neuraltherapie eine Option für Sie ist. Schreiben Sie Frau Dr. Hanke z.B. eine e-Mail und lassen Sie sich im Zweifel vor der Erstvorstellung persönlich beraten.


Neuraltherapie in Fragen und Antworten

Was versteht man in der Neuraltherapie unter Segment- und Störfeldtherapie?

Unser Nervensystem ist in Segmente gegliedert. Segmente sind Abschnitte zu denen nicht nur Haut, Muskeln und Knochen sondern auch Gefäße und innere Organe gehören. Dies erklärt, weshalb z.B. bei Herzerkrankungen nach Schmerzen im linken Arm, Hals und Rücken und nicht nur nach Schmerzen in der Brust gefragt wird. Für die Neuraltherapie sind die segmental geordneten Verbindungen von solchen Strukturen von besonderer Bedeutung. Ein wichtiger Teil der Wirkung, die über den Ort der eigentlichen Injektion hinausgeht, erklärt sich durch Segmentreflektorik. Befindet sich innerhalb eines Segment zum Beispiel eine störende Narbe, Entzündungen, Fremdkörper o.ä., wirkt sich dies ungünstig auf alle damit in Verbindung stehenden Strukturen aus. Sie wird zum Störfeld.

Die einzelnen Segmente wiederum überlappen sich und können, verbunden durch das vegetative Nervensystem, auch noch über weite Distanzen hinweg einander beeinflussen. Auf diese Weise kann z.B. eine Verletzung oder Narbe im Beckenbereich Ursache für Kopfschmerzen sein.

Ein wesentlicher Behandlungsansatz der Neuraltherapie ist daher die Störfeldbehandlung. Bei einer neuraltherapeutischen Störfeldbehandlung werden diese Störfelder aufgesucht und mittels Injektion von z.B. Procain gelöscht. Ziel ist es, dadurch einen Zustand herzustellen, in dem Selbstregeneration und Selbstheilung wieder möglich werden.

 

Welche Behandlungswege und -methoden gibt es in der Neuraltherapie?

Neuraltherapie - Praxis für Neuraltherapie Hamburg
Neuraltherapie - Behandlungswege
  • Lokale Behandlung ("da, wo es weh tut")
  • Segmenttherapie
  • erweiterte Segmenttherapie
  • Störfeldsuche und Störfeldbehandlung
  • Ganglientherapie
  • Procain-Basen-Infusion

Wie läuft ein neuraltherapeutische Behandlung ab?

Eine neuraltherapeutische Behandlung beginnt mit einer Anamnese, dem Gespräch zwischen Arzt und Patient. In der Neuraltherapie ist diese häufig sehr ausführlich. Als eine Form der Regulationsmedizin ist sie nicht allein auf die aktuelle Erkrankung beschränkt, sondern bemüht sich, die Gesamtheit der angesammelten Belastungen einzubeziehen.

Im Anschluss daran folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei wird z.b. auf die Beschaffenheit von Haut, Unterhaut und Muskulatur geachtet, die Hinweise auf vorhandene Funktionsstörungen geben können. Eventuell schon vorliegende Befunde (z.B. Labor oder Röntgen) werden einbezogen oder wenn notwendig veranlasst.

Nach Anamnese und Untersuchung wird ein persönlicher Behandlungsplan erstellt. Häufig kann schon bei der ersten Arztvorstellung mit der Behandlung begonnen werden. Meist handelt es sich dabei um Injektionen. Für diese wird immer die dünnstmögliche Nadel verwendet. Aufgrund der besonderen Injektionstechnik bei der Neuraltherapie ist der Injektionsschmerz oft so gering, dass auch Patienten mit Abneigung gegen Spritzen diese besser tolerieren können, als sie dies vielleicht erwartet hätten.

Nach der Behandlung kann Schwindel auftreten und die Reaktionsfähigkeit vorübergehend etwas beeinträchtigt sein. Es sollte daher eine Ruhepause eingehalten werden. Die Länge der Pause hängt von der Menge und Art des verwendeten Lokalanästhetikums ab. Im Fall einer Procain-Injektion kann der Patient die Praxis meist spätestens nach Ablauf einer halben Stunde verlassen.

 

Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Neuraltherapie?

Bei korrekter Durchführung ist Neuraltherapie eine sichere und gut verträgliche Behandlungsmethode. Dennoch lassen sich trotz größtmöglicher Sorgfalt Komplikationen nicht immer vermeiden. Dies ist jedoch bei alles medizinischen Behandlungen der Fall.

Bei einer Behandlungsmethode, in deren Mittelpunkt Injektionstechniken stehen, sind als Nebenwirkungen über Schmerzen beim Einstich, Blutungen, Hämatome und Infektionen zu nennen.

Wenn ein Nerv neuraltherapeutisch mitbehandelt wurde, kann es zu einer kurzzeitigen Betäubung oder eventuell auch Lähmung im versorgten Gebiet kommen. Dies ist dann völlig normal und geht mit Abklingen der Betäubung zurück.

Unmittelbar nach der Behandlung können auch Kreislaufbeschwerden und Schwindel bestehen und Sie sind in dieser Zeit z.B. auch nicht in der Lage selbst Auto zu fahren. Es sollte daher zur Sicherheit nach der Behandlung eine Ruhephase eingehalten werden, in der Sie in der Praxis verweilen, bis diese durch das Betäubungsmittel bedingten Nebenwirkungen nachgelassen haben.

Sehr selten treten auch allergische Reaktionen auf.

Über diese Nebenwirkungen und natürlich auch seltenere Komplikationen, die mit speziellen Injektionstechniken in Zusammenhang stehen, erfolgt eine ausführliche Aufklärung im ärztlichen Gespräch vor der Behandlung.

Um Komplikationen zu vermeiden wird in bereits bei der Anamnese auf Konstellationen geachtet, die für Neuraltherapeuten eine besonders vorsichtige Vorgehensweise fordern. In Fällen mit höherem Komplikationsrisiko wird zwischen erwartetem Behandlungseffekt und Behandlungsrisiko sorgfältig abgewogen (siehe auch Gegenanzeigen der Neuraltherapie).

 

Darf Neuraltherapie während der Schwangerschaft und in der Stillzeit eingesetzt werden?

Neuraltherapie darf auch in der Schwangerschaft und während der Stillzeit eingesetzt werden. Vorzugsweise wird dann Procain verwendet, da hierfür keine teratogene Wirkung bekannt. Es sollte aber nur reines Procain ohne alkoholische Zusatzstoffe verwendet werden.

Wie auch bei jeder anderen ärztlichen Behandlung in der Schwangerschaft muss aber besonders gut abgewogen werden, ob und wie therapeutisch vorgegangen werden soll und ob es schonendere Behandlungsmöglichkeiten gibt. Dies gilt besonders für Injektionen im ersten Trimenon und Injektionen, die Bauch- und Beckenbereich betreffen.

 

Vegetatives Nervensystem  - Sympathikus & Papasympathikus - und Neuraltherapie?

Vegetatives Nervensystem und Neuraltherapie - Praxis für Neurologie und Neuraltherapie Hamburg
Vegetatives Nervensystem und Neuraltherapie

Ein großer Teil der Effekte der Neuraltherapie basieren auf dem Verständnis, dass unser vegetatives Nervensystem jede unserer Körperfunktionen überwacht und moduliert. Dieses vegetative Nervensystem wird unterteilt in Sympathikus und Parasympathikus.

Während der Parasympathikus erhaltende und regenerierende Funktionen übernimmt, ist es Aufgabe des Sympathikus uns z.B. für unmittelbare Gefahr und den Kampf bereit zu machen. Unser Sympathikus reagiert nicht nur auf psychische Herausforderung wie z.B. Stress, sondern auch auf körperliche Faktoren wie Verletzungen und Entzündungen. Bei einem Trauma durchläuft unser Organismus, vereinfacht dargestellt, eine Schock- und eine Gegenschockphase. In der ersten Phase überwiegt der Sympathikus, die darauf folgenden Phase gehört dem Parasympatikus. Ohne Störung dieser Abläufe schließt sich eine Rekonvaleszensphase an, in der der betroffene Organismus ausheilen kann. Diese Phasen können nicht durchlaufen werden, wenn eine Regulationsstarre eintritt oder vorliegt. Ein Ziel der Neuraltherapie ist es diese zu lösen.

 

Warum wird in der Neuraltherapie Procain verwendet?

Procain wird als Betäubungsmittel wegen seiner kurzen Wirksamkeit und durchblutungsfördernden Eigenschaften bei zahnärztlichen oder operativen Eingriffen nicht mehr eingesetzt, ist aber bei der Neuraltherapie das am häufigsten verwendete Medikament.

Es sorgt durch seine betäubende Wirkung zu einer kurzzeitigen Ausschaltung und Abkopplung der behandelten Region vom restlichen Grundregulationssystem. Damit kommt es auch zur Unterbrechung von störenden Impulsen seitens des sympathischen Nervensystems.

Zudem ist Procain membranstabilisierend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und auch antiseptisch wirksam. Es wird vor Ort abgebaut, ist also auch für Patienten gut verträglich, die über eine eingeschränkte Leberfunktion verfügen oder Medikamente einnehmen müssen, die über die Leber verstoffwechselt werden.

 

Gibt es bei der Neuraltherapie Alternativen zur Injektion?

Prinzipiell nein, es gibt häufig keine andere Möglichkeit ein Lokalanästhetikum an die für den Therapieerfolg entscheidenden Stellen zu bringen. Zudem ist bei der Neuraltherapie die Injektion selbst bereits ein Bestandteil der Behandlung. Durch den Einstich in die Haut werden bereits segmentreflektorisch Impulse gegeben, über die zum Beispiel Schmerzen gelindert werden können. Dies ist also ähnlich wie bei der Akupunktur.

Es gibt allerdings einige Indikationen (z.B. Behandlung von Hauterkrankungen mit Procain-haltigen Salben oder Kompressen), bei denen man versuchen kann eine Behandlung mit Procain oberflächlich durchzuführen. Häufig wird aber auch in diesen Fällen eine Kombination mit Injektionsbehandlungen ratsam sein.

 

Kann man Neuraltherapie mit anderen Therapieformen kombinieren?

Neuraltherapie ist gut mit anderen Therapieformen kombinierbar. Dies gilt sowohl für die üblichen allgemein- und fachärztlichen Behandlungmöglichkeiten als auch für alternative Verfahren (z.B. Akupunktur, Homöopathie, ausleitende Verfahren, orthomolekulare Medizin) oder Psychotherapie.

Gewisse Medikamente, besonders solche, die die Immunantwort herabsetzen, können den Effekt der Neuraltherapie allerdings mindern. Wenn dies möglich ist, sollte die Beendigung einer solchen Behandlung abgewartet werden. Wenn eine Beendigung nicht möglich ist, darf auch parallel zu einer solchen Medikation neuraltherapeutisch behandelt werden. Es benötigt vergleichsweise mehr Geduld, und der Therapieeffekt kann geringer sein.


Warum Neuraltherapie und Neurologie?

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit im Bereich der Neurologie ist es, Erkrankungen durch hochspezifische Kenntnisse von Neuroanatomie & Neurophysiologie erkennen und behandeln zu können. Die von Ärzten entwickelte Neuraltherapie verbindet neuroanatomische und neurophysiologische Zusammenhänge mit dem Wissen der Regulationsmedizin und hat Frau Dr. Hanke als Neurologin daher besonders fasziniert. Als eine von wenigen Neurologen bietet sie Neuraltherapie und Neurologie in ihrer Praxis in Hamburg an.