Anwendungsbeschränkungen und Gegenanzeigen für Neuraltherapie

Neuraltherapie wirkt am besten, solang noch eine Möglichkeit zur Regulation besteht. Bei schweren, irreparablen Veränderungen (z.B. Leberzirrhose, Schrumpfniere, schweren Gelenkveränderungen, Tumoren, erblichen Erkrankungen) kann sie den Verlauf günstig beeinflussen, aber keine Ausheilung bewirken. Dies gilt auch für Erkrankungen mit genetischem Hintergrund.

 

Neuraltherapie sollte nicht angewendet werden bei

  • schwerer Blutgerinnungsstörung (Hämophilie).
  • Procain, das von uns bevorzugte Medikament, darf nicht angewendet werde, wenn ein erblicher Mangel an Cholinesterase bekannt ist oder Medikamente eingenommen werden, die den Abbau von Procain verzögern (Cholinesterasehemmer).

 

Bei folgenden Erkrankungen ist bei Einsatz von Neuraltherapie besondere Vorsicht geboten:

  • Myasthenie
  • Allergie gegen Lokalanästhetika
  • Bradykardie (extrem langsamer Herzschlag) und Herzrhythmusstörungen wie AV-Block II. und III. Grades
  • schwere Spritzenphobie
  • schwere Geisteserkrankungen und Psychosen
  • Einnahme stark blutverdünnender Medikamente
  • Multiple Sklerose im akuten Schub

Bitte beachten Sie, dass Neuraltherapie keine notärztliche Vorstellung oder stationäre Aufnahme ersetzen kann, wenn es sich um Erkrankungen handelt, die sofortiger Hilfe bedürfen. Dazu zählen z.B. Schlaganfall, jegliche Erkrankung die eine sofortige chirurgische Versorgung erfordert (Knochenfraktur, plötzlicher, vernichtender Bauchschmerz u.ä.), plötzlicher, sehr heftiger, bis dahin unbekannter Kopfschmerz.