Procain-Basen-Infusion

Die nachfolgende Darstellung erfolgt zur Information. Aus praxisorganisatorischen Gründen kann eine Infusionsbehandlung derzeit nicht in von uns durchgeführt werden, bei Bedarf kann ich Ihnen aber gern Praxen in Hamburg nennen, die diese anbieten.

 

 

Was sind Procain-Infusionen und wozu sind sie gut?

Diese Behandlungsweise wird mitunter auch als Infusionsneuraltherapie bezeichnet. Da das Procain in dieser Therapieform den ganzen Körper durchflutet, ist es in der Lage, Störfelder zu erreichen und zu löschen, die der regulären Neuraltherapie mit lokalen Injektionen schwer zugänglich sind.

 

Procain-Infusionen wirken anti-entzündlich, heben die Schmerzschwelle an, sorgen für eine muskuläre Entspannung und helfen dabei einer stressbedingter Dysbalance des vegetativen Nervensystems entgegenzuwirken. Sie unterstützen das Immunsystem und verbessern die Durchblutung. 

 

Mitunter wird sie als Procain-Basen-Infusion in Kombination mit Natriumbicarbonat angeboten. Theoretische Überlegungen ergeben, dass dies dabei ein leicht basisches Milieu schafft, in dem Procain als Hauptwirksubstanz die Zellmembranen in Gebieten mit Übersäuerung besser durchwandern kann. Es soll auch den Abbau von Procain auf seinem Weg durch die Blutbahn verzögern und damit dafür sorgen, dass mehr davon in wirksamer Form am Ort der Entzündung oder des Schmerzes ankommt.

 

Procain-Basen-Infusionen werden unter anderem bei folgenden Erkrankungen begleitend oder auch als alleinige Behandlung eingesetzt eingesetzt

  • akute und chronische Schmerzen - z.B. auch bei Schmerzen, die durch Nervenwurzelreizung, Bandscheibenerkrankungen, rheumatischen Schmerzen, Fibromyalgiesyndromen, Kopfschmerz und Nervenschmerzen wie Neuropathien und Neuralgien bedingt sind.
  • Durchblutungsstörungen
  • chronische und auch akute Entzündungen aller Art
  • Regulation der Funktion des Immunsystems bei autoimmunen und allergischen Erkrankungen.
  • Wundheilungsstörungen - auch präventiv bei Gabe vor und nach Operationen
  • onkologische Erkrankung  - begleitendes Therapieverfahren bei der biologischen Krebstherapie, dort auch im Wechsel mit Hochdosis Vitamin-C-Infusionen
  • Behandlung von stressbedingten Symptomen, die auf Regulationsblockaden hinweisen, z.B. auch bei psychovegetativer Erschöpfung oder Burn-Out

Procain-Basen-Infusionen können neben der spezifischen Wirkung bei all diesen Erkrankungen das Allgemeinbefinden verbessern.

 

 

Ablauf der Behandlung einer Pracain-Basen-Therapie

In der Regel wird eine Serie von Behandlungen durchgeführt. Es werden anfangs 3-5 Infusionen geplant. Je nach Therapieverlauf werden diese dann eventuell fortgesetzt bis auf eine Gesamtzahl von 10-12 Infusionen.Mit größerem Abstand können dann auch weitere Infusionen zur Erhaltung des Therapieeffekts gegeben werden, wenn sich dies als sinnvoll erweist.

 

Es sollten pro Woche maximal 3 Procain-Basen-Infusionen gegeben werden, damit zwischen den Infusionen ausreichend Zeit für die Regulation bleibt. Häufig ist jedoch eine Infusion pro Woche bereits von guter Wirksamkeit.

 

Die Dauer einer Infusion beträgt ca. 1 Stunde. Es ist eine Überwachung nötig, die auch nach Beendigung der Infusion noch für mindestens eine halbe Stunde fortgesetzt wird. Planen Sie daher bitte mindestens 90 Minuten für den Praxisaufenthalt ein. Autofahren sollten Sie selbst erst wieder frühestens eine Stunde nach Beendigung der Infusion. Sollten Sie sich zu diesem Zeitpunkt dazu noch nicht in der Lage fühlen, beraten Sie sich mit Ihrem behandelnden Arzt.

 

Mit welchen Nebenwirkungen ist bei einer Procain-Basen-Infusion zu rechnen

Während der Behandlung kann Herzklopfen und ein leichter Blutdruckanstieg auftreten, dies besonders bei Patienten, die bereits wegen erhöhtem Blutdruck in Behandlung sind. Gelegentlich kann es aber auch zu Blutdruckabfall kommen. Auch vorübergehender Kopfschmerz und Schwindel sind möglich. Dies sind Nebenwirkungen, die durch eine Reduktion der Infusionsgeschwindigkeit in der Regel gut beeinflusst werden können.

 

Es können Erstreaktionen auftreten, im Rahmen derer die Beschwerden vor ihrer Besserung nochmals zunehmen. Auch werden retrograde Phänomene beschrieben, bei denen Beschwerden auftreten, die neu sind oder vor längerer Zeit einmal bestanden. Diese Phänomene sind ein in der Neuraltherapie bekanntes Phänomen und als Bestandteil des Regulationsprozesses zu sehen.

 

Am Infusionstag kann ein leichtes Angeregtsein auftreten, weshalb es gelegentlich auch zu Schlafstörungen kommen kann. Die Infusionen werden daher eher am Morgen durchgeführt. Seltener kann ein gegenteiliger Effekt mit Müdigkeit und Erschöpfung auftreten, der ebenfalls in den Folgetagen abklingt.

 

Neben diesen häufigeren Nebenwirkungen werden auch länger anhaltende vegetative Entgleisungen beschrieben, für die die Aktivierung einer latenten Angstsymptomatik oder auch die Reaktivierung einer zurückliegenden Angststörung diskutiert werden.

 

Wann sollte eine Procain-Basen-Infusion nicht gegeben werden?

Bei allergischen Reaktionen auf Procain, sollte auf diese Therapie kontraindiziert. Bei schwerer Herzschwäche und schweren Herzrhythmusstörungen wie AV-Block III° ist ebenfalls davon abzuraten. Vorsicht ist auch bei chronischen Erkrankungen geboten, die mit Verschiebungen im Salzhaushalt und Säure-Base-Haushalt des Körpers einhergehen, da diese durch die Infusion verstärkt werden können.

 

Generell gilt, dass der zu erwartende Behandlungseffekt gegen die möglichen Nebenwirkungen abzuwägen sind. Dies gilt insbesondere bei allen Erkrankungen, für die hinsichtlich der Neuraltherapie besondere Vorsicht in der Anwendung angezeigt ist: z.B. schwere psychische Erkrankung, Myasthenie, Multiple Sklerose (siehe auch Gegenanzeigen der Neuraltherapie).